Was man über psychische Belastungen wissen muss

Was man über psychische Belastungen wissen muss

Überarbeiteter Mitarbeiter kämpft mit der psychischen Belastung
Psychische Belastungen am Arbeitsplatz können zu langen Ausfallzeiten führen. (Bild ©Freepik.com)

Der Faktor Stress bei der Gefährdungsbeurteilung

Wenn wir an die Gefahren am Arbeitsplatz denken, gehören Faktoren wie Betriebsmittel und Arbeitsplatzgestaltung zu den ersten Dingen, die uns in den Sinn kommen. Aber auch der Faktor Stress kann die Gesundheit eines Mitarbeiters bedrohen. Hier erklären wir, was man über psychische Belastungen wissen muss.

Wohlbefinden beruht nicht nur auf physischer Gesundheit, sondern ebenfalls auf unserem psychischen Zustand. Auch am Arbeitsplatz ist die Gesundheit unerlässlich. Du darfst als Arbeitgeber die Sicherheit und die Gesundheit deiner Leute nicht gefährden. Deshalb achten wir jetzt besonders auf mögliche psychische Stressoren am Arbeitsplatz und die Maßnahmen, die man dagegen ergreifen kann.

Was bedeutet Gefährdungsbeurteilung?

Als Unternehmer bist du nach Maßgabe des Arbeitssicherheitsgesetzes verpflichtet, Gefährdungen an jedem einzelnen Arbeitsplatz zu vermeiden. Dazu ist eine vorherige Gefährdungsbeurteilung zu erstellen. Der Zweck einer Gefährdungsbeurteilung besteht darin, Gefahren am Arbeitsplatz zu identifizieren. So können nächsten Schritt geeignete Maßnahmen ergriffen werden zum Schutz der Mitarbeiter, die an diesem Arbeitsplatz arbeiten. Bevor mit der Arbeit begonnen wird, muss eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt werden. Das gilt insbesondere für die Bewertung eines Arbeitsplatzes einer schwangeren Mitarbeiterin. Zu den möglichen Gefahren kann die Benutzung von Arbeitsmitteln, biologischen, physikalischen und chemischen Inhaltsstoffen sowie von Betriebsmitteln gehören. Aber auch mangelnde Fähigkeiten der Mitarbeiter oder Probleme im Arbeitsprozess können deine Mitarbeiter gefährden. Nicht zuletzt sollten auch die psychischen Belastungen analysiert werden. Bevor wir sie im Detail untersuchen, wollen wir uns die folgenden Fragen ansehen.

Wie bereite ich eine Gefährdungsbeurteilung vor, um psychische Belastungen vorzubeugen?

In sieben Schritten sollte eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt werden. Der erste Schritt besteht darin, den Arbeits- und Tätigkeitsbereich des jeweiligen Mitarbeiters zu bestimmen. Der nächste Schritt besteht darin, die Gefahren zu identifizieren, denen der Angestellte ausgesetzt sein könnte. Gemeinsam mit ihm musst du diese Risiken abschätzen und Schutzmaßnahmen festlegen. Der fünfte Schritt ist, dass du die Maßnahmen umsetzen und dann auch ihre Wirksamkeit überprüfen musst. Der letzte Schritt ist die Aktualisierung der Gefährdungsbeurteilung, da es wichtig ist, an jedem einzelnen Arbeitsplatz Sicherheit und Gesundheit als fortlaufenden Prozess zu gestalten. Wenn sich die Umstände an dem einzelnen Arbeitsplatz ändern, kann es notwendig werden, Gefährdungen neu einzuschätzen. Das kann zum Beispiel passieren, wenn Anweisungen, Regeln und Vorschriften aktualisiert werden oder sich die Arbeitsbedingungen ändern.

Infografik, die 7 Schritte zur Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung zeigt

Wann fängst du an, über psychische Belastungen wie z. B. mentalen Stress nachzudenken?

Das Arbeitssicherheitsgesetzes verpflichtet Arbeitgeber auch in Deutschland, eine Gefährdungsbeurteilung für jeden einzelnen Arbeitsplatz zu bewerkstelligen. Allerdings sind mentale Stressfaktoren erst seit dem Jahr 2013 bei der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt.

Welche psychischen Belastungen sind gefährlich?

Mentaler Stress ist in Deutschland definiert nach der DIN EN ISO 10075-1. Danach gilt: die psychischen Belastungen sind die Summe aller Einflüsse, die psychisch von außen auf den Menschen einwirken. Deswegen ist es so wichtig, die Arbeitsbedingungen zu analysieren, um festzustellen, ob sie für die Arbeitnehmer eine psychische Belastung sind. Die folgenden Faktoren musst du berücksichtigen, wenn man das Risiko von psychischem Stress in einem Unternehmen betrachtet.

Arbeitsinhalt oder Aufgaben

Arbeitsbelastungen können Stress verursachen. Wenn du von deinen Mitarbeitern verlangst, zu viele Aufgaben in kurzer Zeit zu erledigen, kann sie das stressen. Sie dann haben das Gefühl, dass die einzige Möglichkeit, die Arbeitslast zu bewältigen, Überstunden sind. Wenn diese Arbeitsweise zu einem permanenten Zustand wird, steigt der Stresslevel des Mitarbeiters.

Wusstest du, dass das auch ein Problem ist, wenn sich ein Mitarbeiter unterbewertet fühlt? Ein Mensch, der nicht gefordert ist, ist irgendwann genauso gestresst als wenn er zu belastet ist. Diese Art „Erschöpfung“ wird in der Praxis Bore-out genannt.

Organisation der Arbeit

Auch die Organisation der Arbeit kann eine Quelle von psychischem Stress sein. Einer der möglichen Stressoren ist die Kommunikation. Dies kann zu Stress führen, hauptsächlich wenn der Mitarbeiter viel Kontakt mit Kunden hat und oft von anderen täglichen Aufgaben getrennt ist. Generell gilt: Wenn im Vorfeld keine Prioritäten angegeben werden und der Angestellte das Gefühl hat, mehrere Dinge auf einmal erledigen zu müssen, dann gibt es ein Problem.

Soziale Beziehungen

Besondere Aufmerksamkeit soll auch den sozialen Aspekten der Arbeit gewidmet sein, da das Verletzungspotenzial, die Frustration und der psychische Stress bei der Arbeit hoch sind. Einerseits ist es wichtig, dass sich die Mitarbeiter in einem Team wohl fühlen. Auf der anderen Seite ist eine gute Kommunikation unerlässlich. Es ist wichtig, dass die Mitarbeiter positives Feedback von dir als Arbeitgeber bekommen, ihnen deine Wertschätzung zu zeigen. Zur guten Kommunikation gehören klare Anweisungen und Offenheit für wichtige Informationen.

Die Arbeitsumgebung

Da wir mehr als acht Stunden in einem Vollzeitjob tätig sind, ist die Einrichtung des Arbeitsplatzes ein wichtiger Faktor. Als Arbeitgeber musst du dafür sorgen, dass sich deine Angestellten am Arbeitsplatz wohl fühlen. Das bedeutet zum Beispiel, dass die Zimmer angenehm beheizt sind, Ventilatoren oder eine Klimaregulierung vorhanden ist.

Was sind die Folgen von psychischen Belastungen, wie Stress, am Arbeitsplatz?

Wird der Stress nicht angesprochen wird, kann er bei der Arbeit tödlich enden. Stressgefühle können sich zum chronischen Burnout entwickeln. Darüber hinaus kann dauerhafter Stress zu chronischen Schmerzen führen. Darunter leidet die Konzentration. Oft genug passieren aus diesem Grund Fehler am Arbeitsplatz, die zu schweren Unfällen mit Todesfolge führen. All dies sind gute Gründe, Gefährdungen am Arbeitsplatz möglichst frühzeitig zu erkennen und Maßnahmen zu ergreifen, um sie zu beseitigen.

Was kannst und solltest du als Arbeitgeber tun, um mit Stress umzugehen?

Wir haben bereits einige Aspekte des Prozesses der psychischen Belastungen bzw. Stressoren erwähnt. Doch wir möchten dir noch einige Ratschläge geben, wie du mit psychischem Stress bei der Arbeit umgehen kannst.

Kommunikation ist das Allheilmittel

Sprich mit deinen Mitarbeitern und ermuntere sie, Probleme mit dir oder anderen Führungskräften zu besprechen – egal ob es sich um ein Missverständnis im Team, eine übermäßige Arbeitsbelastung oder eine persönliche Fragen handelt. Achte auf regelmäßiges Feedback und schaffe einen guten Raum für Kommunikation.

Informationen mit Betriebsarzt und FaSi teilen

Der Betriebsarzt und der Arbeitssicherheitsbeauftragte stehen ebenfalls in Kontakt mit deinen Leuten und können alle Fragen direkt stellen. Auch wenn Betriebsärzte sicherlich eine Schweigepflicht haben, können Probleme und Risiken, die in der Firma vorherrschen, besprochen werde. Sucht gemeinsam nach Lösungen.

Eine sichere und gesunde Arbeitsumgebung

Eine Arbeitsumgebung einzurichten, in der sich deine Leute wohl fühlen, sollte unbedingt dein Ziel als Arbeitgeber sein. Um das zu erreichen, ist es auch wichtig, an deinem Arbeitsort so zu kommunizieren und ihn so zu gestalten, dass dort die körperliche und geistige Unversehrtheit und das Wohlbehagen einer Mitarbeiter gefördert ist. Ermutige deine Mitarbeiter dazu, Sport zu treiben und in den Pausen tatsächlich abzuhängen, um Stress abzubauen. Erfahre hier mehr über Gesundheitsaspekte bei Büroarbeitsplätzen.

Werkstedter ist dein verlässlicher Partner im Bereich der Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz als Vorsorge für psychische Belastungen

Werkstedter bietet dir und deinen Mitarbeitern die Möglichkeit, bei allen Fragen und Problemen rund um Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz zu helfen, wie z. B. bei psychischen Belastungen. Wir bereiten gerne eine Gefährdungsbeurteilung vor, um dich auf eine Betriebsinspektion der Berufsgenossenschaft vorzubereiten. Du kannst auch von einem grundsätzlichen Online-Schutz profitieren, der es dir ermöglicht, auf einfache Weise Online-Gefährdungsbeurteilungen zu erstellen und deine Mitarbeiter zu schulen.

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