Präventionsmaßnahmen auf Baustellen: was sollte der Verantwortliche tun?

Präventionsmaßnahmen auf Baustellen: was sollte der Verantwortliche tun?

Eine Betriebsärztin hilft bei Präventionsmaßnahmen
Betriebsärzte helfen bei der Umsetzung von Präventionsmaßnahmen (Bild Gustavo Fring, pexels.com)

Mit dem Betriebsarzt Arbeitsunfälle vermeiden

Hast du schon an Präventionsmaßnahmen gedacht, um die Gesundheit deiner Mitarbeiter zu schützen? Auf Baustellen tummeln sich täglich viele Mitarbeiter aller Gewerke: Elektriker, Fliesenleger, Zimmerleute, Klempner, Maurer, Dachdecker, Tischler, da ist die Gefahr, das etwas passiert groß. Die Arbeitgebern haben eines gemeinsam: Sie sind für die Arbeitssicherheit verantwortlich und sie haften im Fall eines Unfalls als Unternehmer persönlich. Damit du gut abgesichert bist und dich im Bereich der rechtskonformen Arbeitssicherheit bewegst, solltest du jetzt an folgende Punkte denken und umsetzen:

1. Fachkraft für Arbeitssicherheit schriftlich bestellen

2. Schriftliche Bestellung eines Betriebsarztes

3. Erstellen einer Gefährdungsbeurteilung

4. Erarbeitung eines Hygienekonzeptes

5. Unterweisen der Mitarbeiter

6. Zeitnahe Dokumentation

Prävention und Gesundheitsförderung

Nach dem ASiG (Arbeitssicherheitsgesetz) sind alle Unternehmen in Deutschland gesetzlich verpflichtet, einen Betriebsarzt und eine Fachkraft für Arbeitssicherheit schriftlich zu bestellen. Kommst du dieser Pflicht nicht nach, kann dies hohe Bußgelder zur Folge haben – bis hin zur Betriebsschließung. Doch das ist immer noch das kleinere Übel. Denn wenn ein Mitarbeiter einen Arbeitsunfall erleidet, also eine Berufserkrankung bekommt oder sich zum Beispiel mit Corona infiziert, haftest du als Firmeninhaber persönlich. Und zwar persönlich und mit deinem gesamten Privatvermögen.

zum Thema passendes Video: „Wozu brauche ich einen Betriebsarzt?“

Präventionsmaßnahmen

Du kannst dich als Unternehmer schützen. Bestelle einen Betriebsarzt und eine Fachkraft für Arbeitssicherheit. Mit diesen beiden Experten erarbeitest du für jeden einzelnen Arbeitsplatz eine Gefährdungsbeurteilung. Darin werden alle Gefährdungen an dem betreffenden Arbeitsplatz aufgelistet sowie Maßnahmen vereinbart, die diese Gefährdungen möglichst vollständig abstellen. Ein Bestandteil solcher Gefährdungsbeurteilungen sind auch Hygienekonzepte. Sie sind besonders wichtig in der Corona-Pandemie.

Maßnahmen zur Vermeidung von Infektionskrankheiten

Zum Schutz vor Infektionskrankheiten auf Baustellen sollten Sicherheitsverantwortliche und Beschäftigte die AHA-Regeln strikt einhalten – Abstand halten, Hygiene beachten, Atemschutz tragen. Doch damit allein ist es noch nicht getan. Um Hygiene wirksam durchsetzen zu können, bedarf es eines klaren Hygienekonzeptes als Bestandteil der Gefährdungsbeurteilung. Denn es genügt nicht, nur die Gefährdungen aufzulisten. Es sind Maßnahmen, Verantwortlichkeiten und Kontrollen verbindlich festzulegen. Dazu gehören auch regelmäßige Mitarbeiterunterweisungen. Das alles ist im eigenen Interesse des Unternehmers aktuell zu dokumentieren. Im Schadensfall kontrolliert die Berufsgenossenschaft einen Arbeitsunfall, eine Berufserkrankung oder eine auf der Arbeitsstelle erworbene Infektionskrankheit akribisch. Ein Unternehmer, der die Einhaltung aller Vorschriften seiner gesetzlichen Pflicht zur Gewährleistung der Arbeitssicherheit nicht nachweisen kann, hat verloren. Unternehmer haften auch privat für alle Folgekosten – lebenslang. Dieses Risiko deckt keine private Versicherung ab.

Pandemie-Maßnahmen

In der Corona-Pandemie gelten zudem spezielle Vorschriften zur Vermeidung einer Ansteckung mit SARS COVID-19. Arbeitsflächen, Geräte, Maschinen und Werkzeuge sind regelmäßig zu desinfizieren. Den Beschäftigten muss eine funktionierende persönliche Schutzausrüstung zur Verfügung gestellt werden. Im Zweifelsfall sind täglich Schnelltest vor Arbeitsbeginn durchzuführen.

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