Arbeitsrecht in Corona-Zeiten: als Arbeitsgeber solltest du das wissen

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  • Lesedauer:7 min Lesezeit
Arbeitsrecht in Corona-Zeiten: als Arbeitsgeber solltest du das wissen

Die Krise in der Corona-Pandemie hat alles verändert. Neben den Bedenken um die Auswirkungen auf die Gesundheit wurden auch die Arbeitsmärkte stark in Mitleidenschaft gezogen. Hier findest du Antworten auf die Arbeitsrechtsfragen in der Zeit der Corona–Pandemie.

Als Arbeitgeber wirst du gewiss auf viele Probleme und Fragen stoßen. Eine der dringendsten Fragen lautet, wie du dein Unternehmen profitabel machen kannst, ohne der Gesundheit deiner Angestellten zu schaden. Das bedeutet, dass du wissen musst, welche offiziellen Standards für deine Arbeit beziehungsweise für die Arbeit in deinem Unternehmen gelten. Und du musst auch wissen, wie du die neuen Anforderungen reagieren solltest. Der Werkstedter wird diese und andere häufig gestellte Fragen beantworten.

Arbeitsrecht in Corona-Zeiten: als Arbeitsgeber solltest du das wissen

Was besagt die SARS-CoVID-19-Arbeitssicherheitsnorm?

Corona hat der Bewertung von Unternehmensrisiken eine ganz neue Geltung gegeben. Am 16. April 2020 wurden mit dem SARS-CoVID-19 verbesserte Sicherheitsvorkehrungen für die Arbeit während der Pandemie eingeführt, die in den Arbeitsschutznormen festgelegt sind. Die Verordnungen wurden von verschiedenen Gremien verabschiedet. Die neue Vorschrift wurde vom Institut für Arbeitsschutz und den Arbeitsschutzbehörden der deutschen Bundesländer entwickelt. Diese Arbeitsschutznormen sind in persönliche und technische sowie organisatorische Normen untergliedert.

Eine der wichtigsten Bestimmungen ist, dass 1,50 Meter als Mindestabstand zwischen den Angestellten gewährleistet sein muss. Das gilt nicht nur für den unmittelbaren Arbeitsplatz, sondern auch für die Flure, die Kantine und die Gesamtheit aller Arbeitsplätze sowie der zugehörigen Arbeitsumgebung. Wenn ein enger Kontakt unvermeidlich ist, müssen die Angestellten einen Nasen- und Mundschutz tragen. Es ist ebenfalls wichtig, dass Desinfektionslösungen und Einweghandschuhe zur Verfügung stehen. Außerdem ist es am besten, vorerst auf Geschäftsreisen und Arbeitskontakte zu verzichten! Um mehr über die Gesundheits- und Sicherheitsstandards von SARS-CoVID-19 zu erfahren, lies bitte diesen Blogbeitrag.

Haben deine Angestellten das Recht auf Homeoffice?

Sogar im Zeitalter der Corona-Pandemie dürfen deine Angestellten nicht nach eigenem Ermessen beschließen, einfach zu Hause zu bleiben und von dort aus zu arbeiten. Doch diese Situation wird sich ändern. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil wird in dieser Angelegenheit bald eine neue Rechtssicherheit schaffen. Der Plan ist also, deinen Mitarbeitern das Recht zu gewähren, Arbeiten von daheim aus erledigen zu können. Auf jeden Fall aber ermutigen die oben genannten Gesundheits- und Sicherheitsnormen deine Mitarbeiter, wenn es möglich ist, bereits jetzt daheim zu arbeiten. Je weniger Kontakt zwischen deinen Angestellten, umso geringer ist das Infektionsrisiko am Arbeitsplatz. Dem Homeoffice sollte Vorrang eingeräumt werden, besonders wenn deine Mitarbeiter gefährdet sind.

Was soll ich tun, wenn ein Angestellter krank wird?

Wenn einer deiner Mitarbeiter typische Corona-Symptome wie Husten, niedriges Fieber oder Atemnot aufweist, sollte der betreffende Mitarbeiter die Erkrankung sofort melden. Wenn du es deinen Mitarbeitern noch nicht gesagt hast, dass sie es melden sollen, dann sag es ihnen auf jeden Fall. Die Abwesenheit der Arbeitsstätten kann die Ausbreitung der Infektion wirksam verhindern. Übrigens, wenn dein Angestellter nur leichte Atemprobleme hat, genügt es möglicherweise, anzurufen, ohne zum Arzt zu gehen!

Wenn es sich tatsächlich um eine Corona-Infektion handelt, sollte der Angestellte für 14 Tage unter Quarantäne gestellt werden. Es ist auch wichtig, mit wem der Angestellte in der Firma Kontakt gehabt hat. Informiere auf jeden Fall deine Kollegen und behalte sie zu Hause, auch wenn sie noch keine Symptome haben sollten. Die Befolgung der angezeigten Hygiene- und Reinigungspraktiken sollen die Übertragung des Virus so weit wie möglich verhindern.

Wie werden die Löhne unter den Bedingungen der Quarantäne gezahlt?

Viele Beschäftigte fragen heute, gibt es einen „Quarantäne-Lohn“? Wenn es deine Branche erlaubt, ist die Telearbeit die beste Option. Denn dort kann normal weitergearbeitet werden. Dann wird natürlich auch eine ordentliche Bezahlung fällig. Quarantäne hin oder her. Wenn es keine Möglichkeit gibt, von zu Hause aus zu arbeiten, dann bist du in derselben Situation, als ob du krank oder dein Mitarbeiter erkrankt wäre. Gehälter werden vom Arbeitgeber nach §56 Abs. 2 IfSG weiterhin gezahlt. Wie bei einer krankheitsbedingten Abwesenheit erhält der erkrankte Mitarbeiter für die ersten sechs Wochen Geld in voller Höhe und anschließend anteilig vom Krankenversicherungsträger. Wer länger als sechs Wochen krankheitsbedingt abwesend ist, wirst du von seiner Krankenkasse bezahlt.

Kannst du deinen Angestellten einfach in Urlaub schicken?

Wenn du wegen der Corona-Pandemie betrieblich nichts oder nur sehr wenig zu tun hast, wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, um Urlaub zu machen. Aber als Arbeitgeber kannst du nicht einfach einen Urlaub anweisen. Am besten besprichst du dich hierzu mit deinen Angestellten. Vielleicht musst du als Arbeitgeber auch selbst Urlaub nehmen, um dich um deine Kinder oder Verwandten zu kümmern. Mitarbeiter können sich jedoch auch mit der Zustimmung des Betriebsrates beurlauben lassen. Dies gilt für alle Mitarbeiter und ist obligatorisch.

Wie genau funktionieren Kurzarbeit?

Kurze Arbeitszeiten sind ein Thema, das vielen Angestellten seit der Corona-Pandemie ein Anliegen ist. In vielen Arbeitsverträgen steht bereits, dass man im Fall unvorhergesehener Umstände mit kürzeren Arbeitszeiten einverstanden sein musst. Falls nötig, können Arbeitgeber auch entsprechende Maßnahmen ergreifen.

Was ist mit dem kurzfristigen Arbeitsentgelt? Laut der Bundesagentur für Arbeit bedeutet das, dass wenn Angestellte mehr als 10 % ihres monatlichen Bruttogehalts verlieren, sie immer bezahlen werden. Wenn ein Angestellter zum Beispiel nur die Hälfte seiner normalen Arbeitszeit arbeitet, erhält er nicht nur eine reduzierte Arbeitsvergütung, sondern auch 50 % seines Gehalts. Dies entspricht 60 % der Netto-Differenz zu seinem regulären Gehalt, oder 67 % für Angestellte mit Kindern. Du musst als Arbeitgeber diese reduzierte Arbeitsvergütung als Kurzarbeitergeld beantragen. Die Bundesagentur für Arbeit bietet weitere Informationen auf ihrer Website an.

Was die Höhe der Leistung betrifft, hat die Bundesregierung beschlossen, die Kurzarbeitergeld für Angestellte mit Kindern bis zu 77 % zu erhöhen. Ab dem ersten Monat werden sie ebenfalls zu 80 % beziehungsweise 87 % bezahlt. Angestellte, die mit einer reduzierten Arbeitszeit arbeiten, erhalten ebenfalls ein monatliches Einkommen bis zum Ende des Jahres.

Wie ist die rechtliche Situation für Angestellte mit Kindern?

Angestellte mit Kindern unter 12 Jahren sollten wissen, dass sie sich während der Arbeitszeit um ihre Kinder kümmern können. Gibt es niemanden, der sich um einen Angestellten kümmern kann, muss es der Angestellte selbst tun. Als Arbeitgeber musst du eine Entschädigung für die Stunden zahlen, in denen der Arbeitnehmer nicht arbeiten kann. Wie bei der Krankenversicherung für Kinder beträgt der Beitrag 67 % des monatlichen Nettogehalts. Es kann für bis zu sechs Wochen gezahlt werden. Wenn du ein Arbeitgeber bist, dann kannst du einen Anspruch auf Leistungen nach dem Gesetz zur Verhütung von Infektionskrankheiten geltend machen. Darüber hinaus kann eine Entschädigung für den Verdienstausfall aufgrund von Pflegeleistungen beantragt werden, wenn du bereits kurzfristige Arbeitsleistungen erhältst.

Der Werkstedter ist hier, um deine Fragen zu beantworten

Wir hoffen, dass dieser Artikel einige wichtige Fragen zum Thema Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz im Corona-Zeitalter beantwortet hat. Ansonsten kannst du den Werkstedter jederzeit kontaktieren, um dir persönlich helfen zu lassen. Der Werkstedter bietet auch umfangreiches Fachwissen bei der Erstellung von Gefährdungsbeurteilungen, bei der schriftlichen Bestellung eines Betriebsarztes und anderen Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen an.

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