Arbeit am Bildschirm: Was gegen das Büroaugensyndrom hilft?

Arbeit am Bildschirm: Was gegen das Büroaugensyndrom hilft?

Bei der Arbeit am Bildschirm sind die Augen der Mitarbeiterin betroffen
Langes Arbeiten am Bildschirm ermüdet und ist nicht gut für die Augen. (Bild ©freepik.com)

Wie man bei der Bildschirmarbeit die Augen schützt

Wenn du, wie viele Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Deutschland, den ganzen Tag vor einem Computer sitzt, ist das nicht gut für deine Augen. Mit uns findest du Wege, deine Augen wirksam zu schützen.

Du sitzt den ganzen Tag an deinem Computer und schaust auf den Bildschirm. Für viele ist dies ein normaler Teil ihres Arbeitstages, selbst nach den Hochrechnungen von Statista wird es im Jahr 2020 etwa 37,5 Millionen Computerarbeitsplätze geben wird. Im Vergleich dazu waren es vor zehn Jahren 26,5 Millionen Menschen. Hast du dich jemals gefragt, wie sich die Arbeit am Bildschirm auf deine Augen auswirkt? Schauen wir uns das näher an.

Was macht die Arbeit am Bildschirm zum Kopfzerbrechen?

Computerbezogene Probleme werden schon seit einiger Zeit diskutiert. Es hat bereits die Generation Y betroffen. Die Generation Y, auch Millennials genannt, umfasst die in den frühen 1980-er Jahren bis in die späten 1990-er Jahre Geborenen. Diese Generation ist bereits mit dem Internet und digitalen Prozessen aufgewachsen.

Amerikanische Experten warnen schon lange davor, dass die „digitale Krankheit“ ein echtes Problem für die Gesellschaft ist. Das wichtigste Problem bei der Arbeit am Bildschirm ist die Zeit. Wer ein oder zwei Stunden am Stück auf den Bildschirm schaut, kriegt Probleme. Wenn du in einem Büro arbeitest, sitzt du täglich acht Stunden oder länger vor deinem Computer.

Ein Teil des Problems ist, dass die Linse deiner Augen ihre Elastizität verliert. Das bedeutet, dass sich unsere Linsen im schnellen Wechsel im Nahbereich an den Bildschirm vor uns sowie an Objekte in mittleren und fernen Sehbereichen anpassen muss. Es wird geschätzt, dass unsere Augen etwa 30.000 Mal am Tag zwischen dem Bildschirm und der Umgebung wandern. Wenn du auf den Bildschirm schaust, haben deine Augen nur wenige Sekunden, um sich auf diesen Fokus zu konzentrieren. Deshalb kann Bildschirmarbeit eine schwere Belastung sein.

Außerdem vergisst man, oft zu blinzeln, wenn man hart arbeitet. Dies führt zur Verdunstung des Tränenfilms in deinen Augen sowie zu Trockenheit und Kribbeln. Es kann sich auch so anfühlen, als ob ein Fremdkörper in deinem Auge ist. Für dieses Symptom gibt eine sehr treffende Bezeichnung: „Büroaugensyndrom“ (Office-Eye-Syndrom). Kommt dir das bekannt vor? Augentropfen werden in diesem Fall helfen. Es ist jedoch nicht hilfreich, nur die Symptome zu behandeln. Auch sollten Augentropfen nicht lange angewendet werden. Du solltest in diesem Fall schnellstens einen Augenarzt aufsuchen.

Welche Rolle spielt das Arbeitsumfeld zum Schutz der Augen?

Neben der Arbeit vor dem Bildschirm spielt auch dein Arbeitsumfeld eine wichtige Rolle. Wenn die Luft in deinem Büro oder Zuhause zu trocken wird, kann das ein Problem sein: mit der Heizung im Winter und mit der Klimaanlage im Sommer. Die Lösung ist, regelmäßig zu lüften oder einen Luftbefeuchter zu installieren. Zigarettenrauch kann deine Augen ebenfalls müder machen.

Was kann ich tun, um meine Augen schonen?

Wir blinzeln nicht genug, wenn wir auf den Bildschirm schauen. Also müssen wir aktiv unsere Augen schließen und sie wieder öffnen. Posts auf deinem Schreibtisch oder Bildschirm werden auch hier helfen. Blinzle regelmäßig! Es ist auch wichtig, deinen eigenen Arbeitsbereich zu gestalten. Wenn du den Stuhl höher und den Bildschirm etwas tiefer stellst, hilft das deinen Augen. Wenn du nach unten schaust, entlastet das deine Augen. Stehe auch immer wieder mal auf, geh ein paar Schritte und richte deinen Blick auf Objekte in unterschiedlichen Entfernungen. Ein Blick aus dem Fenster zum Horizont, in den Himmel oder auf die Straße sorgen für Entspannung deiner Augen.

Machst du spezielle Augenübungen, damit die Verletzung bei der Arbeit am Bildschirm verringert wird?

Vor allem ist es gut, die Augen auf einen Punkt zu richten, der mindestens 40 Meter entfernt ist. Dadurch können sich deine Augen an das anpassen, was “Remote Housing” genannt wird. Schau vom Bildschirm weg, sieh dich im Büro um. Eine weitere Übung ist, deine Augen auf und ab und von Seite zu Seite zu rollen, um die Augenmuskeln zu entspannen. Schließe deine Augen für circa 15 Sekunden. Reibe deine Handflächen, bis sie warm sind und lege sie circa 15 Sekunden lang auf die geschlossenen Augen. Du wirst es schnell bemerken, wie sehr es deine Augen entspannt.

Smartphone und Tablet weglegen

Leider hören die Probleme mit dem Bildschirm nicht am Ende des Arbeitstages auf. Einfach bewusst Smartphone und Tablet weglegen sowie andere elektronische Lesergeräte meiden.

Welche Wirkung haben Kontaktlinsen und Brille auf trockene Augen?

Nach einer Augenuntersuchung beim Optiker trägst du vielleicht schon Kontaktlinsen oder eine Brille. Allerdings können Kontaktlinsen die Tränenfilme in den Augen stören. Das kann zum Büroaugensyndrom führen. Es ist nicht sehr nützlich, wenn du leidest. Es ist besser, eine Brille bei der Bildschirmarbeit zu tragen. Hier kommt es auf die persönliche Fachberatung durch einen Augenarzt oder eines Optikers an.

Musst du als Arbeitgeber eine Sehhilfe bei der Arbeit am Bildschirm finanzieren?

Die Antwort findet sich im Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG). Abschnitt 3 des Gesetzes besagt, dass Arbeitgeber Maßnahmen zum Schutz ihrer Angestellten ergreifen müssen. Dort heißt es weiter, dass die Kosten der Maßnahme nicht vom Arbeitnehmer zu tragen sind, da der Schutz der Augen klar unter das Arbeitsschutzgesetz fällt.

Zusätzlich zum Arbeitsschutzgesetz greift die Arbeitssicherheitsverordnung (ArbMedVV). Sie besagt, dass ein Angestellter im Bedarfsfall eine augenärztliche Untersuchung durch einen Betriebsarzt angeboten bekommen muss. Dadurch kann das Unternehmen auch feststellen, ob der Angestellte eine Brille für die Bildschirmarbeit benötigt.

Wie können Arbeitgeber Angestellte noch schützen?

Jedes Unternehmen ist nach dem Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG) verpflichtet, ab dem ersten sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten einen Betriebsarzt schriftlich bestellen. Das ist notwendig für eine gute betriebliche Gesundheitsvorsorge. Zusätzlich zu den Vorsorgeuntersuchungen hat der Betriebsarzt verschiedene andere Vorteile für dich, deinen Arbeitgeber und deine Angestellten. Er hat eine beratende Funktion. Der Betriebsarzt kann dir auch Impfungen gegen Grippe und andere Krankheiten geben. Sie können dir auch helfen, eine Gefährdungsbeurteilung für dein Unternehmen vorzubereiten.

Zusätzlich zu deinem Betriebsarzt brauchst du auch einen Beauftragten für Arbeitssicherheit, der ebenfalls schriftlich bestellt sein muss. Beide Experten helfen dir, einen sicheren Arbeitsplatz zu schaffen. Eine Übersicht über alle verfügbaren Arbeitssicherheitsmaßnahmen in Handwerksbetrieben bietet dir der Werkstedter.

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